Träumen dürfen.

Wann haben wir eigentlich aufgehört zu träumen? Wann sind wir in unserem Hamsterrad stecken geblieben und haben vergessen, was es sonst noch draußen in der Welt gibt? Ich weiß es nicht. Was ich weiß: als ich klein war, habe ich viel mehr und viel größer geträumt (also für meine damaligen Verhältnisse). Damals war ich mir sicher, dass ich alles erreichen würde, wenn ich einmal groß bin. Das ist mir zwischendurch abhanden gekommen – ich glaube zeitweise war ich Hamsterrad-Meisterin, bis ich mich getraut habe den „Exit-Button“ zu drücken.

Ich gehe einmal davon aus, jede/r weiß, wovon ich spreche, wenn ich Hamsterrad meine. Wichtig ist aber: für jede/n weist so ein Rad unterschiedliche, ganz individuelle Merkmale auf – manchmal relativ erträgliche, manchmal nicht – doch Rad bleibt Rad und das wollen wir mit diesem Artikel ändern. Eines haben unsere Hamsterräder vermutlich gemeinsam: es ist verdammt hart daraus auszusteigen, weil sie oft auch Vorteile mit sich bringen. Trotzdem wird es Zeit, über den Tellerrand zu schauen.

Auf meinem Weg haben mich dabei zwei Fragen begleitet, die mir wirklich viel geholfen haben und die ich dir nicht vorenthalten möchte. Die Fragen klingen einfach, haben es aber in sich:

  • Wovon träumst du?
    Und wie kannst du deinen Traum Wirklichkeit werden lassen?
  • Ganz einfache Fragen – oder? Um die Fragen zu beantworten, braucht es nicht so lange – sie wirklich zu verinnerlichen und daran zu glauben definitiv schon. Bei mir haben sie dann umso mehr eingeschlagen und mich motiviert meine Träume zu leben.

„Wovon träumst du?“

Ganz ehrlich zu dir: wovon träumst du? Ohne verlegenes Lächeln, ohne Scham, aber aus tiefstem Herzen? Warum ist die Frage so essenziell? Es ist wie die Suche nach dem Sinn des Lebens,  wobei mich diese Frage mehr stresst, als mir hilft. Die Frage „Wovon träumst du?“ ist weniger kryptisch. Der Verstand kann deutlich mehr damit anfangen und fühlt sich nicht gleich bedroht.

Bedroht? Ja, wirklich. Träumen wird man ja wohl noch dürfen. Die Frage enthält keinen Appell an unser Gehirn. Damit muss der Verstand keinen Schutzmechanismus hochfahren, dein Körper nicht in Alarmbereitschaft gehen. Du hast mit dieser Frage also vollen Zugriff auf all jene Dinge, die dich wirklich erfüllen und dein Herz höher schlagen lassen – ohne Filter.

Schon Bilder und Träume im Kopf? Wenn nicht: gib dir Zeit, es kann sein, dass die Träume erst aus den tiefen deines Gehirns geholt oder kreiert werden müssen. Meine Träume waren anfangs schwer greifbar. Erst mit der Zeit haben sich diese dann konkret in Aufträge, wie ich mein Leben ändern muss entwickelt. Jetzt weiß ich, wann mein Tun mich vom Kurs abbringt oder ich mich meinen Träumen nähere. Die Devise ist: auf der Zielgeraden bleiben.

„Wie kannst du deine Träume Wirklichkeit werden lassen?“

Ist das jetzt unmöglich? Dann bleib besser im Hamsterrad. Ist wohl doch nicht so schlimm. Falls du dich jetzt gleich ran an die Arbeit machen willst: herzlichen Glückwunsch, du bist von diesem Artikel entlassen. Alle Anderen: hiergeblieben.

Erscheint dir die Verwirklichung jetzt sehr weit weg? Dann hat der Verstand seinen Schutzwall hochgefahren, dein Herz einen Rückzieher gemacht, deine Ängste haben überhand genommen. Jetzt heißt es, die innere Rumpelkammer aufzuräumen. Alles, was dich daran hindert, deine Träume zu verwirklichen muss raus. Wie du das am besten machst, zeige ich dir gleich.

Als Vorwarnung: so einfach, wie bei Marie Kondō und ihren Aufräumtricks ist es nicht. Dafür ist es sehr nachhaltig und tut richtig gut – auch wenn es dir Angst einjagt. Es geht auch nicht immer ALLES gleich, aber erstaunlich viel mehr, als du glaubst.

Rumpelkammer aufräumen Teil 1: Glaubenssätze finden und auflösen.

Was genau Glaubenssätze sind, wie du sie findest und auch wie du sie wieder los werden kannst, findest du in meinem Blog „Glaubenssätze – einfach erklärt“.
Nur so viel sei verraten: Hast du deine Glaubenssätze einmal gefunden und aufgelöst, wird dir nicht nur der Weg zur Umsetzung deiner Träume leichter erscheinen. Es wird sich auch in deinem täglichen Tun etwas ändern. Also go for it!

Rumpelkammer aufräumen Teil 2: Expertentipps für einen guten „Freund“

Es kann gut sein, dass dich deine Träume gefühlsmäßig ziemlich überschwemmen. Es kann dabei ganz viel Freude entstehen, denn deine Träume sind ja auch deine Herzenswünsche. Es kann aber auch einiges an Angst da sein, die dich erstarren und wenig logisch denken lässt. Was du dagegen tun kannst?

  • Schreibe deinen Lebenstraum auf – möglichst detailliert und alles was für dich wichtig ist.
    • Ein Beispiel: Du möchtest dich selbstständig machen und ein Geschäft für regionale Lebensmittel eröffnen. Dann stell dir ganz genau vor, wie das ausschauen soll – von der Farbe der Wand, bis hin zu den Produkten, den MitarbeiterInnen und KundInnen.
  • Stell dir vor, nicht du, sondern ein guter Freund von dir hat diesen Traum und möchte ihn jetzt umsetzen – du externalisierst deine Träume. Dein Freund kommt zu dir und bittet dich, als Experte, um Hilfe.
    Wichtig ist: du hast für ALLES eine Lösung und wenn du sie nicht kennst, weißt du, wen dein Freund um Rat bitten kann.
  • Dein Freund beginnt mit den „Hard Facts“ und fragt danach, was du brauchst und wie du es bekommen kannst: Einen Steuerberater? Ein Geschäftslokal? MitarbeiterInnen? Kredit? Fachwissen?
  • Dann will dein Freund aber auch wissen, auf was er sich persönlich vorbereiten sollte:
    • Was ist, wenn der Traum scheitert?
    • Was wäre das Schlimmste, was passieren kann? Was könnte ich dagegen tun?
    • Mit was sollte ich als erstes in der Umsetzung meines Traumes beginnen und wann genau?
    • Was habe ich noch nicht bedacht – wo soll ich aufpassen?

Nicht vergessen: du bist der Experte – ein Freund braucht deine Hilfe.

Beantworte diese Fragen in Ruhe, stelle sie dir immer wieder – manchmal fällt einem später noch etwas ein. Du hast jetzt eine genaue Anleitung an die du dich halten kannst. Außerdem hast du deinen Ängsten und Zweifeln Raum gegeben sich zu äußern, sie aber auch beruhigen können – denn das Worst Case Szenario und was du dagegen tun kannst kennst du jetzt. Durch das Externalisieren deines Traumes beruhigen sich die inneren Schutzwälle und du kannst wieder klar denken.

Zum Schluss…

Die Rumpelkammer sollte nun leer sein. Falls nicht, zumindest ordentlich ausgemistet. Jetzt wird es an der Zeit, die Träume auch wirklich Wirklichkeit werden zu lassen. Mit jedem Schritt in Richtung deines Traums bewegst du dich weiter weg von deinem Hamsterrad. Das was du tust, wird dich mehr und mehr erfüllen. Womit vielleicht sogar die Frage nach dem Sinn des Lebens abgehakt ist…

Übrigens: wenn du in der Rumpelkammer festgestellt hast, dass sie so groß ist wie die Handtasche von Mary Poppins: du bist herzlich für Beratungen Willkommen!